Zentrum für Nachhaltige und Innovative Konzeptionen

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ZENIKPLUS verbindet angewandte Forschung, Bildung und gesellschaftlichen Transfer. Im Mittelpunkt steht das Gute Leben: gerecht, verantwortlich, demokratisch und innerhalb räumlicher Grenzen.

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Aktuell

Diskurse, Projekte, Begegnungen.

Aktuelle Gespräche, wissenschaftliche Beiträge und Lernangebote von ZENIKPLUS.

Mitwelt-Talk

Harald Rettich zu nachhaltigem Wandel und Zukunftsfähigkeit

Am Donnerstag, dem 21. Mai 2026, trafen wir Harald Rettich im Rahmen des Formats mitwelttalk meets toxic lunch im Foyer der Berliner bbw Hochschule. Er ist verantwortlich für den strategischen Ausbau internationaler Unternehmenspartnerschaften bei myclimate sowie für die Geschäftsführung von myclimate Deutschland. Unter dem rahmengebenden Motto des nachhaltigen Wandels und der Herausforderungen in Zeiten des globalen Wandels ging er dabei auf Fragen zu wirtschaftlicher Realität, politischer Beständigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung ein. Dabei verwies er auf die Bedeutung von Innovationen und Zukunftsfähigkeit für die nachhaltige Transformation bis hin zur Fähigkeit, sich selbst und das eigene Geschäftsmodell zu hinterfragen.

Weitere Meldungen →
openZENIKPLUS

Neue Beiträge zu Zugehörigkeit, Migration und KI-gestützter Hochschullehre

openZENIKPLUS bündelt aktuelle Beiträge aus Forschung und wissenschaftlicher Reflexion unter der ISSN 3052-4997.

Publikationen →
Sojourn Toolbox

Interkulturelle Kommunikation praktisch lernen

Der Intercultural Communication Club unterstützt internationale Studierende beim reflektierten Umgang mit Sprache, Alltagserfahrungen und kultureller Zuschreibung.

Zur Anwendung →

News

Weitere Meldungen

2026

Mitwelt-Talk traf Harald Rettich am 21. Mai 2026

Am Donnerstag, dem 21. Mai 2026, trafen wir Harald Rettich im Rahmen des Formats mitwelttalk meets toxic lunch im Foyer der Berliner bbw Hochschule. Er ist verantwortlich für den strategischen Ausbau internationaler Unternehmenspartnerschaften bei myclimate sowie für die Geschäftsführung von myclimate Deutschland. Unter dem rahmengebenden Motto des nachhaltigen Wandels und der Herausforderungen in Zeiten des globalen Wandels ging er dabei auf Fragen zu wirtschaftlicher Realität, politischer Beständigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung ein. Dabei verwies er auf die Bedeutung von Innovationen und Zukunftsfähigkeit für die nachhaltige Transformation bis hin zur Fähigkeit, sich selbst und das eigene Geschäftsmodell zu hinterfragen.

2026

Mitwelt-Talk traf Magdalena Abraham-Diefenbach am 14. Januar 2026

Am Mittwoch, dem 14. Januar 2026, trafen wir Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach von der Kulturwissenschaftlichen Fakultät und dem Collegium Polonicum der Europa-Universität Viadrina und Vorsitzende des Instituts für angewandte Geschichte – Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog im Rahmen des Formats mitwelttalk meets toxic lunch im Foyer der Berliner bbw Hochschule.

Unter dem rahmengebenden Motto offener Grenzen und Dialog als ständige Arbeit, Orientierung, Schaffung von Räumen ging sie dabei auf die Transformationen nach dem Jahren 1945 und 1990 ein und illustrierte ihre Arbeit anhand einiger Beispiele, die sich deutlich mit der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte "vor der Haustür" befassten und dem eigenen Lernen, verwies jedoch zudem auf die verbesserungsfähigen Bedingungen ihrer Arbeit.

2025

Mitwelt-Talk traf Stefan Scharfe und Gunhild Rudolph auf der Awareness-Konferenz am 2. Dezember 2025

Am 2. Dezember 2025 trafen wir im Rahmen der diesjährigen Awareness-Konferenz an der HNE in Eberswalde Stefan Scharfe, einen der Gründer des Tiny-Forest-Projekts Miya, und Gunhild Rudolph, die als Biogeographin naturkundliches Wissen und Achtsamkeit, Bildung und nachhaltige Praxis verbindet.

Beide gestatteten tiefe Einblicke in ihre Motivation, auf den Weg zu dem, was sie heute tun, und auf Potentiale zur Verbesserung der Gesellschaft.

2024

Mitwelt-Talk traf David Jonas-Lust am 4. Dezember 2024

Am 4. Dezember 2024 fand das einzige mitwelt talk meets toxic lunch in diesem Jahr statt und wieder in Kooperation mit der bbw Hochschule in Berlin.

Unser Gast diesmal war David Jonas-Lust aus Paris (Frankreich), zugeschaltet in einem Webmeeting. Er ist Global Conduct and Regulatory Manager der BNP Paribas Corporate and Institutional Banking und nahm die Teilnehmer*innen mit auf eine Reise durch die Herausforderungen seines Jobs als internationaler Manager und seinen bisherigen Weg für internationale Unternehmen. Im Anschluss stellte er er sich den Fragen des internationalen Publikums.

2024

Gespräche zum Zugang zu Gesundheit und Ernährung in der Region im Rahmen der Ringvorlesungen am 14. November 2024 in Eberswalde

Die Veranstaltung des forum n und ihren Kooperationspartner*innen VHS Barnim, den Präsenzstellen der Hochschulen des Landes Brandenburg und der Eberswalder Hochschulgesellschaft befasste sich mit dem „Guten Leben“, was wir uns darunter vorstellen können, was es dafür braucht und wie jeder und jede dafür Verantwortung übernehmen kann. Prof. Buller und Prof. Conrad von ZENIKPLUS arbeiten dazu in verschiedenen Projekten und möglichst eng an der Praxis.

In ihrem Vortrag im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio in Eberswalde stellten sie Ergebnisse aus diesen Projekten vor.

2024

Gespräche zu Lieferketten in Frankfurt (Oder) am 3. Juli und in Berlin am 25. April und 6. September 2024

Im Rahmen des Fairen Interkulturellen Sommers, der in Frankfurt (Oder) in Zusammenarbeit mit der hiesigen Volkshochschule in Förderung durch die Landeszentrale für Politische Bildung Brandenburg durchgeführt wird, sprachen wir am 3. Juli 2024 im Rahmen des Fairen Abends des Vereins Puerto Alegre in der Gertraud-Kirche "Solange, bis sie reißt" mit Frankfurter Bürger*innen.

Dabei wurden während eines Abendessens mit fair gehandelten und regional produzierten Lebensmitteln Themen der Lieferketten im Spannungsfeld von Verteilung, Gerechtigkeit, Entscheidung und Macht diskutiert. Insbesondere interessierte, wie eine Antwort auf die Frage gelingen kann, gerecht zu sein.

Bereits am 25. April durften wir mit der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft zu diesem Thema diskutieren, am 6. September sind wir im Rahmen des Unternehmer*innenfrühstücks eingeladen, mit dem Unternehmer*innennetzwerk Adlershof zu sprechen.

2023

Mitwelt-Talk traf Udo Steinbach am 7. November 2023

Die letzten Mitwelt-Gespräche des Jahres fanden als Talk-Format mitwelt talk meets toxic lunch am 7. November 2023 statt. Zwischen 11.45 und 12.30 Uhr trafen wir Prof. Dr. Udo Steinbach zu einem Gespräch über das Ringen Deutschlands um eine neue Rolle in der Welt, insbesondere zu den Kernthesen "Sind unsere Werte noch die richtigen Werte? Die "regelbasierte Außenpolitik" Deutschlands in Zeiten globaler Vielstimmigkeit" sowie "Werden wir noch verstanden? Die Kommunikation Deutschlands im Umgang mit dem sich emanzipierenden globalen Süden". Udo Steinbach leitet das MENA Study Centre an der Maecenata Stiftung.

Die Veranstaltung fand gemeinsam mit der bbw Hochschule in Adlershof statt.

Nähere Information finden sich hier. Für Interessierte steht ein Mitschnitt auf Youtube zur Verfügung.

2023

Mitwelt-Talk traf Antje Trölsch am 24. August 2023

In unserem Talk-Format mitwelt talk meets toxic lunch sprachen wir am am 24. August 2023 mit Antje Trölsch, Geschäftsführerin der Berliner Tafel zu einem Gespräch über das Engagement im Ehrenamt in gesellschaftlichen Krisenzeiten. Die Veranstaltung fand gemeinsam mit der bbw Hochschule in Adlershof statt. Für Interessierte steht ein Mitschnitt auf Youtube zur Verfügung.

2023

Die Berliner Tafel wird 30 – ZENIKPLUS legt Studie zu Motivation und Zufriedenheit vor

ZENIKPLUS hat in einer Studie die Freiwilligen der Berliner Tafel zu ihrer Motivation befragt. Die am 9. Januar 2023 veröffentlichten Ergebnisse zeigen: Bei der Berliner Tafel haben Engagierte eine starke intrinsische Motivation, aufgrund ihres Bedürfnisses nach Gerechtigkeit und Verantwortung möchten sie das Leben anderer Menschen verbessern. Ihr Ehrenamt vermittelt ihnen Sinnhaftigkeit und Zufriedenheit.

Sie verfügen über ein ausgeprägtes Mitgefühl und eine reflektierte, ethisch handelnde Persönlichkeit. Auch das Fazit der Studie kommt zu dem Ergebnis: „Ehrenamt ist gelebte Demokratie durch engagierte Demokrat*innen. Hier werden Menschen sichtbar, die Verantwortung übernehmen und Menschenrechte ausüben zum Wohle der Gemeinschaft. Diese Menschen besitzen Mut, Respekt und Toleranz.“

Die vollständige Studie ist hier in deutscher Sprache hinterlegt und hier in englischer.

2022

Zweite Mitwelt-Gespräche zu Betrieblicher Demokratiekompetenz am 21. Oktober in Eberswalde

Am 21. Oktober gehen die Mitwelt-Gespräche in die zweite Runde zum Thema Betriebliche Demokratiekompetenz. Betriebliche Demokratiekompetenz festigt demokratische Strukturen in Betrieben, um diese für die Herausforderungen der Zukunft wie Fachkräftemangel, soziales Lernen in der betrieblichen Ausbildung oder Nachhaltigkeit fit zu machen.

Dazu ist ein eintägiger Workshop mit Start-ups der Region, Studierenden und erfahrenen Coach*innen geplant zu verschiedenen Aspekten betrieblicher Demokratie, in dem die Besonderheiten vor uns liegender Herausforderungen und Probleme analysiert und hinterfragt werden. Gemeinsam mit Master-Studierenden werden anschließend Handlungsempfehlungen ausgearbeitet, die den Unternehmen vorgeschlagen und mit ihnen diskutiert werden.

ZENIKPLUS ist BNE-Akteur*in der UNESCO.

2022

Mitwelt-Gespräche zu Betrieblicher Demokratiekompetenz fanden am 21. Oktober 2022 statt

Am 25. April startete das bbw Bildungszentrum Ostbrandenburg in Frankfurt (Oder) als Träger des BMAS-Projekts „Unternehmerisch-demokratisch-miteinander für Brandenburg“ gemeinsam mit dem Forschungszentrum zenikplus die lokale, kostenlose Gesprächsreihe der Mitwelt-Gespräche.

Vertreter*innen von Wirtschaft sowie Gesellschaft, Politik und Bildung trafen sich zu Vorträgen, Workshops und fachlichem Austausch, um gemeinsam über die Rolle der Unternehmen und der mit und in ihnen agierenden Menschen in Brandenburg zu diskutieren und deren demokratische Verantwortung und Einflussmöglichkeiten für eine gute Zukunft sichtbarer zumachen.

ZENIKPLUS ist BNE-Akteur*in der UNESCO.

Das gut dreiminütige Video zur Veranstaltung gibt es hier auf Youtube.

2022

Bundespreis "Blauer Kompass" geht an tinyforest

MIYA e. V. aus Eberswalde erhielt am 16. September 2022 die höchste staatliche Auszeichnung in Deutschland, den Bundespreis „Blauer Kompass“, die im Rahmen eines Wettbewerbs für Projekte zur Vorsorge und Anpassung an die Folgen des Klimawandels vergeben wird. Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen für die Vorsorge und die Anpassung an die Folgen der globalen Klimakrise, wie Hitze, Dürre und Starkregen, zu präsentieren.

Hier gibt es den Preisträger*innenfilm als externen Link.

2022

Vesper: Menschenrechte aktuell "Verantwortung: Wer ist Wem gegenüber Wofür und Warum verantwortlich?" nun am 27. Oktober 2022 in Berlin

Die Internationale Liga für Menschenrechte, Humanistische Union, Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation und die Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte laden am 27. Oktober 2022 (verlegt vom 31. März) in Berlin im Rahmen der monatlichen Veranstaltungsreihe „Vesper: Menschenrechte aktuell“ zum freien Gespräch mit dem Titel "Verantwortung: Wer ist Wem gegenüber Wofür verantwortlich?". Evelyn Berger, Geschäftsführerin des DGB Ostbrandenburg, und zenikplus-Gründungsmitglied Thoralf Buller, werden mit Blick auf die Klimakrise über Verantwortung, Überantwortung, „Auf die Kappe nehmen“, Schuld, Sanktionen, Ausflüchte, aber auch über Optionen solidarischen Handelns sprechen.

Moderiert wird der Abend von der Konfliktforscherin Andrea Zielinski.

2022

Smells like ab sofort auf FluxFM

Seit März 2022 berichtet FluxFM im Format Barnim for Future über regionale Nachhaltigkeitsprojekte. Ab dem 12. April wird Smells like vorgestellt, unser Projekt zur Messung von Feinstaub in Städten. Gut eine halbe Stunde zeigt Moderator Danielo Höpfner im Podcast Konzept sowie Personen und beleuchtet die bisherigen Aktivitäten.

Forschung

Vier Felder. Ein gemeinsamer Anspruch.

ZENIKPLUS verbindet langfristige Forschungsfragen mit konkreten regionalen und organisationalen Herausforderungen.

Nachhaltigkeit in den Versorgungssystemen

Die Versorgung des ländlichen Raums stellt eine besondere Herausforderung dar. Gerade dort, wo sich die privaten Angebote reduziert haben, weil die Region Einwohner*innen und Kaufkraft verloren hat. Hier steht die Frage, wie eine innovative, nachhaltige Versorgung aussehen kann.

Versorgung schauen wir uns an im Bereich Banking, weil der Zugang zu grundlegenden Bankprodukten eine Voraussetzung für die Teilhabe an der Gesellschaft ist, medizinische Versorgung, weil sich der demografische Wandel gerade in ländlichen, strukturschwachen, peripheren Regionen besonders stark zeigt und hier die medizinischen Versorgungssysteme unter Druck setzt; Logistik und Mobilität, weil das die Grundlage dafür ist, das Menschen in den Regionen ihr Leben organisieren können.

Im Projekt S-Erreichbarkeit haben wir uns die Versorgung der Regionen im Bereich Banking angesehen. Wir haben die Zugänge - die analogen und digitalen - untersucht und die Instrumente weiterentwickelt, mit denen Zugang und Versorgung gemessen werden können.

Mit SoLo - sozialer Logistik forschen wir gerade in einem Reallaboransatz "UckerWarentakt", wie soziale Logistik funktioniert, wie soziale und technische Innovationen verschrenkt werden können, um die Versorgung der Fläche zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern oder zumindest zu halten.

Derzeit arbeiten wir daran, in Koopration mit dem Deutschen Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa / DIFA) die Grundlagen zu legen, für eine Erforschung der medizinischen Versorgung in den Regionen aber auch um das Thema Nachhaltigkeit in der medizinischen Versorgung erst einmal grundlegend zu diskutieren.

Smells like

Smells like ist eine Eigenentwicklung der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Das Projekt ist als Wahlpflichtfach angelegt und startete im Jahr 2018 als Weiterentwicklung eines Studierenden-Stegreifs in den Umweltmanagementvorlesungen zum Phänomen Gerüche.

Mit Hilfe dieser Methodik wird ein Netzwerk, das wir Grid nennen, in möglichst engen Abständen im Stadtgebiet verteilt, meist auf privaten Flächen, auf denen Feinstäube, englisch Particulate Matter, kurz PM, gemessen werden. Zwischen Feinstäuben und menschlicher Sterblichkeit sowie schwerer Erkrankungen wie Lungenkrebs existieren Verbindungen. Die Messungen könnten zu einer engmaschigeren Beobachtung der Feinstäube und zu einem erhöhten Bewusstsein für das Problem beitragen.

Der Prototyp wurde im Dezember 2019 erstmalig in Betrieb genommen und anschließend evaluiert. Dabei konnte eine AI entwickelt werden, die eine fehlerhafte Datenausgabe deutlich minimiert.

Beabsichtigt ist die wartungsfreie und autarke Beobachtung und Evaluation von Input und Output. Indikatoren der Stunde Null waren hier Temperatur und Feuchtigkeit der Luft, Luftdruck, Windgeschwindigkeit sowie Particulate Matter in den Stärken PM2.5 und PM10. Die Indikatoren werden durch mobile Messgeräte regelmäßig und mit den Werten offizieller Messstationen verglichen.

Aufgrund der Energieeffizienz des eigens dafür installierten LoRaWAN ist es möglich, die Sensoren nahezu wartungsfrei und autark laufen bzw. senden zu lassen.

Veröffentlichungen

Smells-like-Dashboard öffnen

Anwendung und Transfer

Wissenschaft wird
zum gemeinsamen Prozess.

Dialog, Lernräume und Transferformate übersetzen Forschung in konkrete Erfahrung.

Ein wiederkehrendes Angebot für internationale Studierende, das interkulturelle Erfahrungen, sprachliche Konventionen, Reflexion und soziale Orientierung verbindet. Zum Volltext →

Studienpreis

Eco-Good-Award

Auszeichnung studentischer Arbeiten, die ökologische, soziale oder unternehmerische Veränderung anstoßen und Transfer aus Lehre in Anwendung sichtbar machen. Zum Volltext →

Die Mitwelt-Gespräche – eine Einführung

Die Mitwelt [1]-Gespräche – Nachhaltigkeitsgespräche auf lokaler Ebene

Vision

Menschen machen Kommunikation! Wir wollen mit einer möglichst vielen Teilnehmer*innen der Gesellschaft ins Gespräch kommen über nachhaltige Themen, die Akteur*innen miteinander vernetzen – und klarmachen, dass wir alle Teile sowie Mitgestalter*innen unserer Welt sind. Wir entwickeln gemeinsam Gesellschaft und Mitwelt aus eigener Kraft. Und wir wollen gehört werden.

Ziel

zenikplus beabsichtigt, zukünftig regional und lokal Gesprächsreihen auf wissenschaftlicher Basis zu Nachhaltigkeits- und Mitweltthemen zu initiieren und dabei die Menschen, das Machen und die Kommunikation in den Fokus zu rücken.

Dazu sollen regionale Stakeholder*innen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Bildung in regelmäßigen Veranstaltungen gemeinsam über die kompetente Rolle des Menschen in der Region diskutieren und über dessen Verantwortung und Einflussmöglichkeiten, wobei ganz bewusst auf die Chancen der Serependity [2] gesetzt wird. zenikplus will dabei als wissenschaftlich versiertes, glaubwürdiges Center und Link zwischen Akademia und Öffentlichkeit in der Region wahrgenommen werden.

Adressiert wird die Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene sowie die Stärkung und Mobilisierung der Jugend. Weiterbildung von Führungskräften und Mitarbeiter*innen adressiert das Handlungsfeld Kompetenzentwicklung von Lehrenden als Coaches. Das Handlungsfeld Ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen wird durch Kooperation mit nachhaltig agierenden Organisationen tangiert.

Erste strategische Ansätze für eine regionale Modellierung

Mitwelt-Gespräche als Mitmachwelt und Gesprächsreihe positioniert sich als regionales beziehungsweise lokales Projekt mit wissenschaftlichem Anspruch zum Aufbau demokratischer Kompetenzen [3]. Aus dieser Positionierung werden aktuell Kooperationen und Modellveranstaltungen in diesem Rahmen initiiert. Zu den Unterstützer*innen der Mitwelt-Gespräche zählen beispielsweise myclimate, Berliner Tafel sowie bbw Ostbrandenburg. Die Pilotveranstaltung fand am 25. April 2022 in der IHK Frankfurt (Oder).

Umsetzungsidee

Die Gesprächsreihen sind als Mischung aus Diskurs und Vortrag vorgesehen. Diese sollen sich inhaltlich mit den ökologischen Schlüsselbereichen auseinandersetzen und gleichzeitig den sozialen Kontext berücksichtigen.

Die Veranstaltungen beginnen mit Vorträgen, welche Grundlagen und Anwendung vorstellen. Hierbei soll das niedrigschwellige Format Soapbox Science [6] eingesetzt werden. Anschließend begeben sich die Teilnehmer*innen in ein Forum und schlagen als Themenpat*innen Themen vor, denen sich anschließend in Workshops des Barcamps [7] gewidmet wird. Dort tauschen sich die Teilnehmer*innen zu ihren Themen aus und verfassen kurze Forderungenpapiere.

Abschließend treffen sich sämtliche Teilnehmer*innen wieder im Forum. Dort werden die Ergebnisse kurz vorgestellt. Die Teilnehmer*innen schlagen selbst vor, wie mit den Ergebnissen umzugehen ist und reichen diese gegebenenfalls an relevante Stakeholder*innen weiter.

Der Kernprozess [8]

  1. Problem neutral vorstellen,
  2. Positionen austauschen und verstehen,
  3. Probleme bearbeiten und bestenfalls sogar lösen,
  4. Meinungen erfassen und bilden.

Prozessualer Sinnbegleiter Epikurs Garten

Mitwelt kooperiert mit Epikurs Garten [9], einem neuen österreichischen Projekt von Thomas Mohrs, einem der Macher*innen des Gastrosophicums [10], das an Ideen wie Land schafft Leben [11] oder fairleben [12] anknüpft. Das Projekt wird mit einem „bottom up“-Ansatz möglichst viele lokale Netzwerkpunkte schaffen, indem an geeigneten Orten open spaces, Orte der Begegnung, der gemeinsamen Praxis, des gemeinsamen Erlebens und des Philosophierens eingerichtet werden.

Anders gesagt: Eher „graswurzelig“ in Gemeinden miteinander aktiv werden und die Leute zusammenbringen, informieren, mit ihnen praktisch arbeiten und sie so zum Nachdenken und zum Überdenken der eigenen Lebenspraxis animieren. Im Kern steht dabei die Idee der guten, verantwortungsvollen und gerechten Ernährung.

Was bedeutet dies praktisch? Es soll begleitend zur Veranstaltung gemeinsam Nahrung vorbereitet, zubereitet und gegessen werden. Hier wird das Gespräch mit der praktischen Handlung verbunden, hier wird das haptische Verständnis als Kulturbasis genutzt.


Fußnoten und Quellen der bestehenden Seite

[1] "Mitwelt" begreift sich als Green Think Tank. "Green" steht dabei für sämtliche Themenfelder, die ökologische Relevanz besitzen und auf die Mitwelt bei der Meinungsbildung Einfluss nimmt.

[2] Eine leicht verständliche Hinführung zum Thema bietet die Universität Basel an unter https://www.unibas.ch/de/Aktuell/Uni-Nova/Uni-Nova-115/Uni-Nova-115-Kolumne.html

[3] vgl. Himmelmann 2005

[4] vgl. Denkhaus et al. 2021

[5] vgl. Schumacher et al. 2021

[6] Soapbox Science: Verweis auf wissenschaftskommunikation.de/format/soapbox-science/. Das Format dient der öffentlich sichtbaren Wissenschaftskommunikation und soll Interesse an Forschung wecken.

[7] Barcamp: Verweis auf jugend.beteiligen.jetzt/wissen-qualifizierung/glossar/barcamp. Das Barcamp ist ein partizipatives, offen strukturiertes Veranstaltungsformat, in dem die Teilnehmenden Inhalte und Sessions wesentlich mitbestimmen.

[8] vgl. Schumacher et al. 2021

[9] vgl.Kolmer, Mohrs und Birn 2021

[10] gastrosophicum-austria.netlify.app/

[11] www.landschafftleben.at/

[12] www.fairleben.at/

[13] www.zenikplus.de

Die Sojourn Toolbox als Intercultural Communication Club (ICC)

Intercultural Communication Club (ICC)

Ein regelmäßiges, wöchentliches Angebot für internationale Studierende an der bbw Hochschule Berlin zum besseren Lernen interkultureller Kommunikationskompetenzen

What about

Die Intercultural Communication Club (ICC) ist ein Format zur Unterstützung kooperativer und kollaborativer, interkultureller Kommunikationsprozesse, das sich an die internationalen Studierenden im ersten Semester der Hochschule richtet, da diese zumeist erstmalig in eine fremde, möglicherweise gar schockierende Umgebung gelangen.

Hier lernen Studierende spielerisch zu Themen wie soziopragmatischer Höflichkeit, sprachlichen und soziopolitischen Zusammenhängen sowie Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung. Es gilt primär, interkulturelle Fehlkommunikation zu vermeiden.

Das Angebot findet wöchentlich ohne zusätzliche Kosten statt. Jede Sitzung ist für zwei Stunden angesetzt. Die Teilnahme an den Sitzungen ist freiwillig.

What to learn

Hierfür sollen gesellschaftliche Kommunikationskonventionen, sprachliche Strukturen sowie deren Parameter dazu beitragen, dass die eigene Rolle im vielfältigen, sozialen Umfeld samt der Partizipation in diesem, bei der Bewertung der eigenen Person (Einstellung, Verhalten, Werte, Identitäten, Stereotypen, negative Emotionen, Privilegien) samt der eigenen Diskursfähigkeit sowie bei der ethisch wertvollen Entscheidungsfindung und beim Beschaffen neuen Wissens begriffen und in angemessene Handlungen überführt werden kann.

Die wöchentlichen Treffen liefern nützliche Informationen über die Bedeutung von Begriffen, indem sie den Raum der in Frage kommenden Konzepte eingrenzen – je mehr Informationen, desto besser.

Es werden Überzeugungen zu Systemen betrachtet, das entsprechende Wissen vermittelt, diskutiert und zur Teilnahme im System aufgefordert, indem die Regelungen, Politiken, Bedingungen, Gesetze, Praktiken, Traditionen, Werte und Überzeugungen verstanden werden, die das soziale und politische Leben der Gemeinschaft tragen. Hier geht es um das Wechselspiel, wie Sprache geformt wird und wie sie formt.

How to learn

Kulturelle Identität ist keine Sache, sondern ein Prozess. Wir haben keine Kultur, wir machen sie. Sie ist keine subjektive Zugehörigkeit, sondern eine objektive Zuschreibung. Etische Beobachtungskategorien ermöglichen es uns zudem, relevante kulturelle Unterschiede zu identifizieren, es geht nicht darum, Kultur zu beschreiben, sondern die Unterschiede zu beschreiben. Schließlich treten wir in die Erfahrung einer alternativen Weltsicht ein, um Empathie zu entwickeln, die Beobachtungskategorien sind Tore.

Vorrangig soll praktisch an tagesaktuellen Problemstellungen durch kritische Reflexion und dialogische Selbstanalyse gearbeitet werden.

Dazu gehört das Schreiben, Lesen, Hören mit Werkzeugen zur Vertiefung des sprachlichen und interkulturellen Bewusstseins zur Gewinnung neuer Einsichten und zur Sensibilisierung für ein mögliches Wachstum der interkulturellen Kompetenz wie Tagebücher, Blogs, aber auch das Anhören von Sprache wie in Musik und Lyrik, das Anschauen kombinierter analoger und digitaler Kommunikation wie in Bewegtbildern, das Riechen, Schmecken, Fühlen wie beim gemeinsame Kochen und Essen, die es ermöglichen, kulturelle Praktiken systematisch mit allen Sinnen zu beobachten, zu interpretieren sowie das Verhalten und den Diskurs der Subjekte zu analysieren.

Es soll erleichtert werden, Unterschiede zu identifizieren, ungewohnte Kulturen zu verstehen, andere Arten des Seins zu akzeptieren und sich selbst zu positionieren. Muttersprache ist nicht der normative Maßstab für die Beschreibung und Bewertung von Prozessen des Sprachenlernens und der Sprachpolitik, sondern Interkultur mit interkulturellem Wissen, Kompetenzen und Handlungsbereitschaft.

Es soll so auch ein Beitrag vorrangig zur mentalen, sozialen und spirituellen und konsequent ebenfalls körperlichen Gesundheit geleistet werden.

Der Eco-Good-Award – reine Wertschätzung

In Jahr 2022 haben sich die Juror*innen nicht für die Vergabe eines Ersten Preises entscheiden können, allerdings für zwei Zweite Preise und diese gingen an die Arbeiten

"Wohnungen mit Supermarktanbau und begrünter Dachfläche“ von Lea Remsperger, Julia Marie Jacob, Veronika Baskal, Jennifer Peter und Susanne Schwechheimer (bbw Hochschule) und

"Hebel der Veränderung für eine sozial verantwortliche Textilproduktion in Bangladesch für Konsumenten in Deutschland“ von Faisal Ahmed Mashum (HNEE).

Im Frühjahr 2022 ging der Eco-Good-Award bereits in seine fünfte Runde. Wirtschaftswissenschaftlich Studierende der HNEE waren aufgerufen, sich mit ihren Projekten, die Impulse für eine gesellschaftliche, unternehmerische oder politische Veränderung in Sachen Umweltbewusstsein setzen und den gelungenen Transfer aus der Lehre in die Anwendung zeigen, einzubringen.

Erstmals waren auch wirtschaftswissenschaftlich und wirtschaftsingenieurwissenschaftlich Studierende der bbw Hochschule in Berlin aufgerufen, sich mit ihren Projekten, die Impulse für eine gesellschaftliche, unternehmerische oder politische Veränderung in Sachen Umweltbewusstsein setzen, einzubringen.

Die Jury besteht aus Thoralf Buller, Alexander Conrad und jährlich wechselnden Gastjuror*innen aus der Wissenschaft und Praxis. Diesmal konnte Harald Rettich von myclimate gewonnen werden.

Bisherige Preisträger*innen

Verleihung 2021

Schwerpunkte der eingereichten Projekte:
Nachhaltige Beschaffung, Ökobilanzierung der Mensa, Ecomapping eines Krankenhauses

Das Gewinner*innen-Team untersuchte vorrangig die Prozesse hinsichtlich einer möglichen Optimierung der nachhaltigen Beschaffung. Dem Team gelang es dabei auf hervorragende Weise, die Leistungsbeschreibung und die Richtlinie mit einem neuen Ansatz zu versehen und diese Überarbeitungen vorzustellen.

Ausgezeichnet wurden: Gerrit Depner, Celia Drendel, Ruth Droste, Lucas Girke, Lena Höhne, Max Raddatz

Verleihung 2020

Schwerpunkte der eingereichten Projekte:
Nachhaltige Beschaffung, Cleanfleet

Das Gewinner*innen-Team untersuchte das Thema Transport für ein regionales Handwerks-Unternehmen und entwickelte Optimierungsansätze in Form einer Cleanfleet-Konzeption.

Ausgezeichnet wurden: Hagen Heinrich, Chiraz Mhir, Seyed Ahmad Wasil Mrowat, Stefanie Nguyen, Luna Sonia Sagasser, Pia Schöler

Verleihung 2019

Umfrage zum Brotkonsum mit anschließender Brotbeutel-Aktion in der Bäckerei Wiese in Eberswalde.

Ausgezeichnet wurde das folgende Team:

Marco Dorow, Charlotte Franz, Alisa Gerike, Friederike Häusler, Anna Ilgert, Marie Sophia Clara Klenk, Sophia Krebber, Christina Shneydin, Pascal Schäfer

Verleihung 2018

Bei der ersten Verleihung wurde der Eco-Good-Award noch aufgeteilt. Dabei erhielten die drei erstplatzierten Teams einen Preis.

  • Platz 1: Patricia Lüth, Jasmin Mohr, Harijeta Redzepovic, Julia Schneider, Marie Schulze für ihre Arbeit „Einfluss des EU-Ecolabels auf das Konsumentenverhalten in Berlin-Mitte und Eberswalde
  • Platz 2: Adrian Briesemeister, Inke Kühl, Noel Mansour, Marie Redlich, Florian Schulz für ihre Arbeit „Umgang mit Elektrogeräten an der HNEE“
  • Platz 3: Steve Dewald, Philip Gleibs, Anna Gurevich, Pascal Herfort, Robert Reese für ihre Arbeit „Präsenz des EU-Ecolabels im Eberswalder Handelssektor“

Über ZENIKPLUS

Das Gute Leben als Forschungs- und Gestaltungsfrage.

ZENIKPLUS versteht Nachhaltigkeit nicht als isoliertes Umweltthema, sondern als Verbindung von gerechter Teilhabe, Verantwortung, demokratischer Gestaltung und räumlicher Zukunftsfähigkeit.

Das Zentrum arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und verbindet Forschung, Lehre und Transfer.

BNEUNESCO-Akteur
TransferWissenschaft × Praxis
OpenPublizieren und Diskurs

Wofür steht ZENIKPLUS?

ZENIKPLUS ist das Zentrum für Nachhaltige und Innovative Konzeptionen. Ziel von ZENIKPLUS und der Konzeptionen ist die Förderung des Guten Lebens (hierfür steht das „Plus“ im Namen) und der erforderlichen Bildung. ZENIKPLUS ist BNE-Akteur*in der UNESCO.

Wie definiert ZENIKPLUS das Gute Leben? ZENIKPLUS bezieht sich in seiner Perspektive auf die Ansätze der Gerechtigkeitsethik, der Verantwortungsethik sowie die Ideen des verantwortlichen Handelns der integrativen Wirtschaftsethik. Weitere wichtige Impulse entnimmt ZENIKPLUS den UN Guiding Principles on Business and Human Rights.

Das Gute Leben ist ein Leben, welches (1) gerechte Teilhabe aller Menschen ermöglicht und in welchem sich (2) jeder Mensch den Folgen seines Handelns verpflichtet - beides ausrichtet an der nachhaltigen Existenz des Planeten.

ZENIKPLUS setzt auf Demokratie, Weltoffenheit, Kooperation und Solidarität, fördert Partizipation, Wertschätzung sowie Vielfalt und erkennt in Fürsorge und Verantwortung für eine zukunftsfähige Welt seine Kernwerte. Jedes Leben wird als Teil der Mitwelt begriffen, deren Existenz als ständiger, mobilisierender Transformationsprozess zu gewährleisten ist.

Woher kommt ZENIKPLUS und was macht es?

Es ist entstanden aus Forschungsaktivitäten der Professoren Buller (bbw Hochschule Berlin) und Conrad (HNEE - Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde).

ZENIKPLUS bietet lokal Veranstaltungen zu Nachhaltigkeits- und Mitweltthemen an und setzt dabei auf Machen und Kommunikation. Stakeholder*innen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Bildung werden verbunden und diskutieren in regelmäßigen Veranstaltungen über die demokratische Rolle des Menschen in der Region und über dessen Verantwortung und Einflussmöglichkeiten auf Mitwelt, Gesellschaft und Governance, um Herausforderungen zu verstehen und geeignete Gestaltungsstrategien zu entwickeln.

Dabei werden der Zugang zu Fakten als Teil des Lebenslangen Lernens, der ethische Diskurs als Grundlage demokratischer Prozesse und Strukturen sowie Werkzeuge des Handelns in Vorträgen und Workshops angeboten.

Wer trägt ZENIKPLUS?

Das Zentrum wird verantwortet von Professor Thoralf Buller (bbw Hochschule Berlin) und organisiert die Zusammenarbeit von Professor*innen / Forscher*innen unterschiedlicher Hochschulen. Es ist ein Zentrum in Hochschulen der angewandten Forschung, die sich neben Forschung und Lehre vor allem dem Transfer verschrieben haben.

Der Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft aber auch das konkrete, partizipative Einbeziehen der Zivilgesellschaft stellen ein besonderes Charakteristikum des Zentrums dar.

Wo knüpft ZENIKPLUS an?

Das Zentrum knüpft an verschiedenen Forschungsfeldern an wie Nachhaltige Unternehmensführung, Betriebliches Umweltmanagement, Nachhaltige regionale Entwicklung und Management begrenzter Ressourcen sowie betrieblicher Demokratiekompetenz und interkultureller Kommunikation. Es entwickelt seine Themenbereiche aus konkreten Aktivitäten aus Drittmittelprojekten, Forschungsvorhaben, Weiterbildungsangeboten und Ausgründungen.

Was macht ZENIKPLUS?

Ausgewählte Konzeptionen des Zentrums zur Herstellung bzw. Sicherung des Guten Lebens sind:

M

Mitwelt-Gespräche

lokale Gespräche von Vertreter*innen von Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Bildung mit Vorträgen, Workshops und Austausch zu demokratischer Verantwortung und Einflussmöglichkeiten für eine gute Zukunft

PM

"Smells Like …"

Konzeption und Umsetzung zur Erfassung von Umwelt- und Umfelddaten in Städten zur Bewertung der Lebensqualität

TF

Tiny Forest

Konzeption und Unterstützung der Gründung eines ökologisch-ökonomisch-sozial-innovativen Start-ups

E

Ecomapping

Konzeption zu Nachhaltigkeitsberichterstattung und Risikomonitoring bei einer kommunalen Holding aus der Gesundheitsbranche

CF

Clean Fleet

Konzeption im Rahmen des betrieblichen Umweltmanagements in einem regional verankerten KMU

L

Lora.Land

Konzeption zur Installation und wertschöpfungsorientierten Nutzung von LoraWan-Technologien in Räumen mit einer digitalen und informationellen Kluft

S

S-Erreichbarkeit

Konzeption zur Erfassung und Bewertung des physischen und digitalen Zugangs zu Finanzdienstleistungen

SoLo - Soziale Logistik

Konzeption für eine smarte und soziale Versorgungsinfrastruktur für ländliche, periphere Räume

A

Eco-Good-Award

Konzeption und Umsetzung eines Studienpreises zur Beförderung innovativer und nachhaltiger Ansätze des betrieblichen Umweltmanagements

Weitere Publikationen des Zentrums

  • Particulate matter measurement with low-cost sensors - investigation of data quality and the benefit of data correction approaches
  • Life Cycle Inventory Analysis (LCI) for reusable cups made of liquid wood for the project PotsPRESSO in Potsdam (Brandenburg, Germany), 2020, OIKOS Heft 1
  • Der Einfluss mobiler Filiale auf die Erreichbarkeit grundlegender Finanzdienstleistungen - eine Analyse unter Berücksichtigung quantitativer und qualitativer Aspekte, 2019, OIKOS Heft 3
  • Die forschende Klauser als pragmatischer Ansatz des kompetenzorientierten Prüfen am Fallbeispiel, 2019, OIKOS Heft 2
  • Smells like ... - Ein innovatives Lehr-Lehr-Format im Modul betriebliches Umweltmanagement, 2018, OIKOS Heft 2
  • Kommune und Region - Planspielentwicklung und -einsatz für mehr Praxisnähe im Studiengang Regionalmanagement, 2018, OIKOS Heft 1

Wer macht was im ZENIKPLUS?

ZENIKPLUS vernetzt Personen und Institutionen aus Wissenschaft und Praxis.

Das Zentrum wird von Prof. Dr. Thoralf Buller (bbw Hochschule Berlin) geleitet. Starker Kooperationspartner ist u.a. Prof. Dr. Alexander Conrad von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE).

Was sagen die Medien zu ZENIKPLUS?

Folgende Konzeptionen des ZENIKPLUS sind in den Medien präsentiert und diskutiert worden:

  • "Smells Like …" beispielsweise in der Märkischen Oderzeitung (MOZ)
  • Clean Fleet beispielsweise im Wissenschaftsmagazin Xenius (Arte)
  • S-Erreichbarkeit beispielsweise im Fachmagazin Review of Regional Research
  • Tiny Forest beispielsweise im Wissenschaftsmagazin W wie Wissen (ARD)
  • Eco-Good-Award beispielsweise in der Märkischen Oderzeitung (MOZ)

openZENIKPLUS · ISSN 3052-4997

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openZENIKPLUS veröffentlicht mit der ISSN 3052-4997 regelmäßig seit April 2025 Artikel zu den aktuellen Themen, mit denen sich deren Mitglieder beschäftigen. Da diese Rubrik ganz am Anfang steht, ist es wohl müßig, über den Journal Impact Factor (JIF) zu sprechen. Wir werden fortlaufend informieren.

2026

KI · Methodik · Hochschullehre

Das Samira-Modell (Buller, T., 2026)

Designbasierte Untersuchung einer protokollgesteuerten KI-Persona zur Unterstützung methodischen Denkens.

2025

Immobilien · Regeneration

Weniger bauen, mehr regenerieren (Nagel, C., & Ocampo, J., 2025)

Perspektiven für Effizienz, Suffizienz, Kreislaufwirtschaft, Klimaanpassung und regenerative Immobilienstrategien.

Beiträge

Abstracts und Volltexte

Juan Ocampo

Identitätswandel durch Migration – Integration darf keine endlose Prüfung sein (Ocampo, J., 2026)

Migration ist Bewegung: Sie betrifft den Wechsel von einem Land ins andere, aber auch den Wechsel zwischen sozialen Feldern, kulturellen Praktiken und Identitätsmustern. Für Migranten ist Identität kein abgeschlossenes Paket, das man ins neue Land „mitnimmt“, sondern ein fortwährender Prozess der Aushandlung. Allerdings gestalten nicht nur die Migranten diesen Prozess – er wird von Erwartungen, Zuschreibungen und Machtverhältnissen geprägt.Die entscheidende Frage ist: Wann ist Integration genug?

Integration als Ziel mit neuer Zielvorgabe

In der öffentlichen Diskussion wird Integration häufig als Ziel dargestellt: Wer die Sprache lernt, arbeitet, Steuern zahlt, eingebürgert wird, „ist integriert“. Aber die Realität für viele Menschen ist: Dieses Ziel wird immer wieder verschoben. Daniel Morales – ein gutes Beispiel, das für viele steht – lebt seit über zehn Jahren in Deutschland. Er ist ein promovierter Ingenieur, gründet ein Start-up und spricht fließend Deutsch. Er gilt auf dem Papier als „das Erfolgsmodell Integration“.

Trotzdem lautet die immer wiederkehrende Frage: „Woher kommen Sie eigentlich?“ – und nicht „Wohin möchten Sie?“.Die Botschaft ist unmissverständlich: Zugehörigkeit ist fragil. Integration verwandelt sich in eine kontinuierliche Prüfung, deren Kriterien niemals klar definiert sind.

Identität als ein unerreichbares Ziel

Nach Stuart Hall ist Identität nie festgelegt, sondern immer „im Werden“¹. Für Menschen wie Daniel heißt das: In den Augen anderer werden sie niemals „fertig integriert“ sein.Nach der Erklärung von Pierre Bourdieu hat Daniel sowohl kulturelles Kapital (Bildung, Sprache, etc.) als auch ökonomisches Kapital (Arbeit, Unternehmertum, etc.). Aber das symbolische Kapital – die gesellschaftliche Anerkennung als gleichwertig Zugehöriger – bleibt ihm verwehrt².

Er wird nicht einfach „deutsch“, sondern bleibt „Ausländer mit deutschem Pass“.Eine Machtasymmetrie wird hier sichtbar, die Michel Foucault treffend analysiert hat: Vereine und Diskurse legen fest, was Zugehörigkeit bedeutet; sie verschieben die Grenzen dessen, wer dazugehört und wer nicht³.

Kommunikation, Vertrauen und Wertschätzung

Kommunikation spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Nach Dell Hymes ist Integration mehr als nur Grammatik; sie erfordert kommunikative Kompetenz – das Vermögen, in sozialen Situationen angemessen zu handeln⁴. Aber genau an dieser Stelle fungiert Sprache auch als Zeichen der Differenz: Jeder Akzent und jedes „fremde“ Wort kann Anlass geben, die Zugehörigkeit in Frage zu stellen.Vertrauen ist ebenso von großer Bedeutung. Soziale Kohäsion ist laut Robert Putnam das Fundament demokratischer Gesellschaften⁵.

Doch Migranten müssen oft ihr Vertrauen immer wieder neu verdienen, sei es im Behördenbüro, bei Investoren oder in politischen Ausschüssen.

Akzent und Dialekt – die unsichtbaren Grenzen der Gemeinschaftszugehörigkeit

Oft wird Sprache als das wichtigste Element für die Integration angesehen. Selbst Menschen, die die Landessprache einwandfrei sprechen, werden über ihren Akzent und Dialekt in soziale Kategorien eingeordnet. Für zahlreiche Migranten ist der Akzent ein unauslöschliches Zeichen, das sie immer wieder als „nicht von hier“ kennzeichnet.Forschungsergebnisse belegen, dass Akzente weit über das Verstehen hinaus eine Rolle spielen.

Laut der Communication Accommodation Theory von Giles und Coupland kann ein Akzent soziale Distanz schaffen⁶. Nach den Forschungen von Gluszek und Dovidio erleiden Personen mit einem nicht-standardsprachlichen Akzent im Berufsleben Nachteile – und das, obwohl sie über die gleichen Fähigkeiten verfügen, aufgrund unbewusster Vorurteile⁷.In Deutschland wird dieser Effekt durch die Bedeutung des Dialekts noch verstärkt.

Menschen, die Schwäbisch, Bairisch oder Sächsisch sprechen, gelten oft als „authentisch deutsch“. Wer hingegen Deutsch mit einem spanischen Akzent spricht, bleibt für viele „als süßer Ausländer“ – selbst nach vielen Jahren und mit deutschem Pass ⁸.

Unternehmertum als Raum der Verhandlung

Die Untersuchung von Daphne Hering illustriert, wie migrantische Unternehmer in dieser Spannung ihre Identität neu aushandeln. Ökonomisch gesehen ist Unternehmertum wichtig, aber es ist auch ein Akt der Verankerung: Gründer schaffen Arbeitsplätze, Netzwerke und Sichtbarkeit.Hering zeigt auf, dass kulturelle Distanz in diesem Zusammenhang sowohl ein Hindernis als auch eine Ressource sein kann⁹.

Sie macht den Zugang zu Netzwerken schwieriger, schafft aber gleichzeitig neue Geschäftsmöglichkeiten und Innovationen. Unternehmer mit Migrationshintergrund sehen Chancen, die anderen nicht wahrnehmen. Aber auch hier ist zu beachten: Oft müssen sie mehr leisten als ihre nicht-migrantischen Kollegen, um als gleichwertig anerkannt zu werden.

Politische Auswirkungen – Integration neu gestalten

Sollte Integration eine endlose Prüfung sein, ist sie strukturell ungerecht. Sie wird zur Einbahnstraße, in der Migranten ständig beweisen müssen, während die Mehrheit kaum Verantwortung übernimmt.Es erfordert ein frisches Verständnis von Integration: -Als geteilte Verantwortung: Zugehörigkeit ist mehr als Anpassung; sie erfordert die Anerkennung beider Seiten-.

In die Zukunft blickend: Statt „Woher kommen Sie?“ sollte die Frage „Wohin wollen wir gemeinsam?“ lauten.- Als etwas, das sich ständig verändert: Identität ist nie festgelegt. Hybride Identitäten stellen keine Gefahr dar; sie sind eine wertvolle Ressource für Innovation und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Fazit: Identität nicht verweigern, sondern fördern

Für Migranten sollte Identität kein unerreichbares Ideal sein. Talente werden gebremst und Potenziale gehen verloren, wenn Zugehörigkeit immer wieder in Frage gestellt wird. Integration sollte deshalb als ein geteilter Prozess betrachtet werden – nicht als Prüfung, sondern als gegenseitige Anerkennung.Nach den Worten von Daniel Morales: „Ich möchte nicht immer nur integriert werden – ich möchte einfach dazugehören.“

Literatur

¹ Hall, Stuart (1990): Cultural Identity and Diaspora. In: Rutherford, Jonathan (Ed.): Identity: Community, Culture, Difference. London: Lawrence und Wishart, pp. 222–237.

² Bourdieu, Pierre (1986): The Forms of Capital. In: Richardson, John (Ed.): Handbook of Theory and Research for the Sociology of Education. New York: Greenwood, S. 241–258.

³ Foucault, Michel (1977): Überwachen und Strafen. Die Entstehung des Gefängnisses. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

⁴ Hymes, Dell (1972): Regarding Communicative Competence. In: Pride, J.B.; Holmes, J. (Eds.): Sociolinguistics. Harmondsworth: Penguin, S. 269–293.

⁵ Putnam, Robert D. (2000): Bowling Alone. The Fall and Comeback of American Community. New York: Simon und Schuster.

⁶ Giles, Howard; Coupland, Nikolas (1991): Language: Contexts and Consequences. Milton Keynes: Open University Press.

⁷ Gluszek, Agata; Dovidio, John F. (2010): Speaking with a nonnative accent: Views on bias, communication challenges, and belonging in the United States. Journal of Language and Social Psychology, 29(2), pp. 224–234.

⁸ Lippi-Green, Rosina (2012): English with an Accent: Language, Ideology, and Discrimination in the U.S. 2. Edition. London/New York: Routledge.

⁹ Hering, Daphne (2019): The opportunity identification process of migrant entrepreneurs: a theoretical and empirical exploration of influencing factors. Dissertation, Berlin Institute of Technology.

⁹ Hering, Daphne; Mrożewski, Magdalena (2022): What factors boost the entrepreneurial spirit in migrants? Examining the impact of cultural distance and human capital. International Entrepreneurship and Management Journal, 18, pp. 1431–1454.

Thoralf Buller

Über Zugehörigkeitsschwellen und Zugehörigkeitsschwelligkeit: ein Essay über Demokratie, Sprache und institutionellen Alltag. (Buller, T., 2026)

Abstract

Im Alltag von Institutionen unterscheidet sich bloße Anwesenheit von tatsächlicher Zugehörigkeit. Im Zentrum stehen dabei zwei Begriffe: die Zugehörigkeitsschwelle als jener Punkt, an dem sich zeigt, ob Menschen nicht nur aufgenommen werden, sondern auch wirksam zugehörig werden können, und die Zugehörigkeitsschwelligkeit als die sprachliche, kulturelle und institutionelle Beschaffenheit eines Raums, die diese Schwelle senkt, erhöht oder verdeckt.

Der folgende Text geht von der Annahme aus, dass Demokratie nicht erst im Bereich formaler Politik beginnt, sondern in den alltäglichen Erfahrungen von Sprechfähigkeit, Teilnahme, Anerkennung und Orientierung. Institutionen sind nicht nur organisatorische Strukturen, sondern soziale Räume, in denen Zugehörigkeit ermöglicht, erleichtert oder erschwert wird.

Das vollständige Papier ist abrufbar unter DOI: 10.13140/RG.2.2.27590.02885

Thoralf Buller

Das Samira-Modell. Entwicklung einer KI-gestützten Methodik für den Unterricht im Hochschulebereich: Eine designbasierte Untersuchung einer protokollgesteuerten pädagogischen Persona. (Buller, T., 2026)

Abstract

Studierende in internationalen Masterprogrammen haben häufig weniger Schwierigkeiten mit der Wahl eines Themas als mit der Formulierung untersuchbarer Probleme, der Passung von Methode und Forschungsfrage sowie mit dem Aufbau von Vertrauen in das eigene methodische Denken. Dieser Beitrag stellt das Samira-Modell als protokollgesteuerten KI-gestützten Lehransatz vor, der diese Prozesse unterstützen soll.

Auf der Grundlage eines Design-Based-Research-Rahmens untersucht die Studie die iterative Entwicklung und Implementierung einer stabilen KI-Persona, strukturierter Interaktionsprotokolle und einer forschungsorientierten didaktischen Sequenz in mehreren Bildungskontexten.

Im Verlauf der Umsetzung wurde der Forschungsfokus schrittweise von der allgemeinen Frage, ob eine KI-gestützte Persona die Methodiklehre unterstützen kann, hin zu der spezifischeren Frage verfeinert, unter welchen interaktionalen und didaktischen Bedingungen eine solche Unterstützung pädagogisch produktiv wird.

Die berichteten Befunde aus den umgesetzten Zyklen mit Kohorte A und Kohorte B weisen auf eine erhöhte Beteiligung, eine Verringerung methodischer Unsicherheit, ein erweitertes methodisches Vokabular sowie eine stärkere Differenzierung zwischen Thema, Problem, Forschungsfrage und Methode unter Bedingungen stabiler Protokolldisziplin hin.

Die Studie zeigt, dass der pädagogische Wert von KI in diesem Zusammenhang weniger von der Qualität isolierter Antworten als von interaktionaler Stabilität, didaktischer Rahmung und ethischer Transparenz abhängt. Damit trägt sie empirisch informierte und theoretisch fundierte Designprinzipien für die KI-gestützte Methodenausbildung in der Hochschullehre bei.

Das vollständige Papier ist abrufbar unter DOI: 10.13140/RG.2.2.26514.11204.

English version DOI: 10.13140/RG.2.2.34063.85926.

Claudia Nagel und Juan Ocampo

Die wahrscheinlichste Zukunft der Immobilienwirtschaft in Deutschland: Weniger bauen, mehr regenerieren! (Nagel, C., & Ocampo, J., 2025)

Das Leitmotiv „Net Zero“ wurde in den vergangenen Jahren von vielen Marktteilnehmern der Immobilienwirtschaft fest in ihre Entscheidungsprozesse verankert. Der Fokus lag und liegt dabei vor allem auf der Implementierung energieeffizienter Systeme, dem Einsatz erneuerbarer Energieträger sowie der Nutzung CO₂-neutraler Materialien. Während im Neubausegment bereits kurzfristig signifikante Fortschritte erzielt werden konnten, bleibt die Transformation des Bestands eine langfristige und hoch komplexe Aufgabe.

Zahlreiche Technologien – von solarbasierten Mieterstrommodellen bis zu Wärmepumpen für Wohn- und Gewerbeimmobilien – haben die Pilotphase hinter sich gelassen und befinden sich aktuell in der Skalierung.

Die vergangenen 5 Jahre haben uns schmerzhaft verdeutlicht, dass Krisen und Unsicherheiten zu einem permanenten Begleiter für Gesellschaft und Wirtschaft geworden sind. Nach Pandemie und Energiekrise belasten geopolitische Konflikte in Europa und im Nahen Osten, Rückschläge beim Klimaschutz sowie eine herausfordernde Zinsentwicklung die Märkte. Insbesondere die Immobilien- und Bauwirtschaft spürt die Folgen seit Monaten massiv. Unübersehbar ist: Auch der Immobiliensektor steckt in einer tiefen Krise.

In Phasen, in denen etablierte Prozesse und Strukturen nicht mehr ausreichen, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern, gewinnt der Ruf nach Resilienz an Gewicht. Resiliente Systeme zeichnen sich durch zwei Eigenschaften aus: Anpassungsfähigkeit und Transformationsfähigkeit. Große Teile der Branche haben beide Kompetenzen in den letzten Jahren bereits ausgebaut. Klar ist aber auch, dass ein „Weiter so“ oder ein reines „Immer schneller“ als Überlebensstrategien zunehmend an Plausibilität verlieren.

Gefordert sind daher alternative Ansätze.

Weiterhin ist festzuhalten, dass trotz aller Fortschritte bei der Energieeffizienz Immobilienportfolios auch künftig unvermeidbare Restemissionen aufweisen werden, die durch geeignete Kompensationsstrategien adressiert werden müssen. Gleichzeitig entsteht durch die Diskussion um negative Emissionen ein neuer ökonomischer Treiber.

Gerade angesichts der massiven „grauen Emissionen“ des Gebäudebestands werden regenerative Ansätze erforderlich und möglich, die nicht allein Klimaneutralität, sondern darüber hinaus einen positiven Nettoeffekt entfalten können.

Zudem wissen wir bereits, dass die bloße Kombination aus Effizienzsteigerungen im Bestand und klimaneutralem Neubau nicht ausreichen wird, um das 1,5-Grad-Ziel abzusichern. Deshalb rücken zwei zusätzliche Dimensionen in den Vordergrund: Suffizienz und Regeneration. Auch wenn beide Konzepte nicht neu sind, erhalten sie durch die aktuellen Herausforderungen neue Aktualität.

Suffizienz bedeutet die Reduktion von Ressourceneinsatz und Konsum, Regeneration hingegen die Schaffung von Flächen und Projekten, die aktiv CO₂ binden und somit die Klimabilanz verbessern. Gerade die Vorstellung, dass „grünes Wachstum“ die Lösung sei, ist kritisch zu bewerten, da viele dieser Ansätze eher Greenwashing darstellen und keinen echten Systemwandel einleiten (Steinberger, 2024).

Die Forschung zeigt deutlich, dass Energie- und Ressourcenverbrauch ungleich verteilt sind: Wohlhabendere Gesellschaftsschichten verursachen überproportional hohe Emissionen, insbesondere durch Flugreisen oder Flächenkonsum (Oswald, Owen und Steinberger, 2020).

Internationale Studien zeigen, dass Wohlergehen auch bei deutlich geringerem Energieeinsatz erreichbar ist – vorausgesetzt, öffentliche Dienstleistungen, Gleichheit und demokratische Teilhabe sind gesichert (Vogel et al., 2021).

Das Konzept des „Decent Living Energy“ weist zudem nach, dass ein menschenwürdiges Leben weltweit mit weniger als der Hälfte des heutigen Energieverbrauchs möglich ist (Millward-Hopkins, Steinberger, Rao und Oswald, 2020). Für die Immobilienwirtschaft bedeutet das: Suffizienz ist kein Rückschritt, sondern Zukunftssicherung.

Auch PropTech-Unternehmen stehen hier in der Verantwortung: Neben dem Thema Effizienz gilt es, Suffizienz und Regeneration deutlich stärker mitzudenken. Schon heute sehen wir Geschäftsmodelle, die sich konsequent der Kreislaufwirtschaft verschreiben und substanzielle Beiträge zur Transformation leisten. Das heißt auch, dass Suffizienzstrategien nicht nur technologisch, sondern auch sozial gerecht ausgestaltet werden müssen.

Ökonomische Chancen entstehen dabei ebenfalls: Aktuell erzielen energieeffiziente Gebäude Wertaufschläge von bis zu 18 %. Technologien zur dauerhaften CO₂-Bindung, wie Carbon-Capture-Materialien, könnten sich zudem als Exportschlager entwickeln und die Climate-Tech-Industrie stärken.

Auf operativer Ebene bleibt Effizienz ein wichtiges Handlungsfeld. Smarte Heizungssteuerungen, die externe Daten wie Wetterprognosen einbeziehen, können 10–25 % Energieeinsparung ermöglichen. Energiesparende Technologien wie LED-Lampen sind weitere Beispiele. Dennoch zeigt der Rebound-Effekt, dass erzielte Einsparungen oft durch steigenden Konsum überkompensiert werden.

Genau deshalb gewinnt die Kreislaufwirtschaft an Bedeutung. Sie setzt auf geschlossene Stoffströme, in denen Abfall vermieden wird. Mieterstrommodelle oder „Cradle-to-Cradle“-Projekte verdeutlichen, dass die Immobilienwirtschaft hier erste Schritte unternimmt, wenngleich die Skalierung noch aussteht.

Weniger konsumieren und weniger produzieren bedeutet nicht zwingend Wachstumshemmnisse für die Wirtschaft. Modelle wie Co-Working, Homeoffice oder Co-Living verdeutlichen, wie Flächenbedarf reduziert werden kann und dennoch Mehrwerte generiert werden. Auch die Verlagerung von Individualverkehr auf geteilte Mobilitätsformen wie Lastenfahrräder ist eine suffizienzbasierte Maßnahme.

Auch die Regeneration rückt in den Vordergrund: Maßnahmen wie Dachbegrünungen, urbane Landwirtschaft oder Grünflächen können CO₂ binden und sind eine notwendige Antwort auf den bereits eingetretenen Klimaveränderungen. Bisher oft als Einzelprojekte umgesetzt, müssen sie künftig systematisch und flächendeckend integriert werden. Ein nachhaltiger Gebäudebestand erfordert deshalb die Integration regenerativer Elemente und suffizienzorientierter Ansätze.

Begrünte Dächer, innerstädtische Obstwiesen oder Sharing-Konzepte sind Beispiele, wie ökologische Mehrwerte mit effizienter Flächennutzung verbunden werden können.

Nicht zuletzt erfordert Resilienz eine Verschiebung des Fokus von Vermeidung hin zur Anpassung. Zunehmende Hitzeperioden oder Starkregen müssen bereits heute in Planung und Entwicklung berücksichtigt werden.

Für den Immobilienbestand lassen sich daraus fünf zentrale Prüfsteine ableiten:

  1. Welche Effizienzmaßnahmen sind kurzfristig und mittelfristig umsetzbar?
  2. Wie lässt sich Konsistenz durch Kreislaufwirtschaft implementieren und dauerhaft sichern?
  3. In welchem Umfang wird Suffizienz adressiert und welche Indikatoren (z. B. Fläche pro Kopf) verbessern die Bilanz?
  4. Welche regenerativen Maßnahmen können implementiert werden, um Restemissionen lokal auszugleichen?
  5. Welche Vorkehrungen sind zur Klimaanpassung zu treffen (z. B. Kühl- und Verschattungssysteme)?

Richtig kombiniert können diese Maßnahmen nicht nur die Transformation der Immobilienwirtschaft beschleunigen, sondern zugleich urbane Lebensqualität steigern – durch mehr Grünflächen, intensivere soziale Interaktion und neue Sharing-Konzepte.

Literaturverzeichnis

Millward-Hopkins, J., Steinberger, J. K., Rao, N. D., und Oswald, Y. (2020). Providing decent living with minimum energy: A global scenario. Global Environmental Change, 65, 102168. https://doi.org/10.1016/j.gloenvcha.2020.102168

Oswald, Y., Owen, A., und Steinberger, J. K. (2020). Large inequality in international and intranational energy footprints between income groups and across consumption categories. Nature Energy, 5(3), 231–239. https://doi.org/10.1038/s41560-020-0579-8

Steinberger, J. K. (2024). Living well within planetary limits: Is it possible? And what will it take? Präsentation, University of Lausanne.

Steinberger, J. K., und Roberts, J. T. (2010). From constraint to sufficiency: The decoupling of energy and carbon from human needs, 1975–2005. Ecological Economics, 70(2), 425–433. https://doi.org/10.1016/j.ecolecon.2010.09.014

Vogel, J., Millward-Hopkins, J., Oswald, Y., und Steinberger, J. K. (2021). Socio-economic conditions for sustainable energy use and well-being. Nature Human Behaviour, 5(11), 1313–1322. https://doi.org/10.1038/s41562-021-01187-8

Thoralf Buller

Macht, Kultur und Diversität als miteinander verbundene Dimensionen verantwortungsvoller Führung (Buller, T., 2025)

Macht, Kultur und Diversität können als wesentliche Dimensionen verantwortungsvoller Führung verstanden werden. Aus der Theorie kommend und um einen praktischen Fall ergänzt, wird gezeigt, wie Kultur und Macht das Handeln in Organisationen prägen. Hier erhält Führung die besondere Rolle, zu hinterfragen und reflektieren, um im Spannungsfeld der drei Dimensionen Vielfalt anzuerkennen.

Das vollständige Papier ist hier abrufbar.

Thoralf Buller

Sprechfähigkeit als Macht – Ein Plädoyer für eine interkulturelle Sprache (Buller, T., 2025)

Deutschland ist vielfältig – doch reicht das? Trotz Millionen Menschen mit Migrationshintergrund bleibt die Sprache oft ein unsichtbarer, aber wirksamer Ausschlussmechanismus. Am Beispiel internationaler Fachkräfte zeigt sich: Es geht nicht nur um Deutschkenntnisse, sondern um die Frage, wer sprechen darf und wer gehört wird. Nachfolgend wird eine interkulturelle Sprache gefordert als Schlüssel für Teilhabe, Würde und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Das vollständige Papier ist hier abrufbar.

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